Sollte ich sterben, schau,

so wünsch ich mir von dir,

daß du mit den Zöpfen deines schwarzen Haars

mir die Hände bindest.

Copla aus Sequiriyas

"Flamencos" nannte man im 19. Jahrhundert arrogante, auftrumpfende oder prahlerische Personen, vor allem die Zigeuner, die als die neuen Spanier an der Peripherie der andalusischen Städte sesshaft geworden waren. Später wurde Flamenco der Begriff für Gesang und Tanz der Zigeuner.

Im 9. Jahrhundert brachen die Zigeuner aus Indien zu ihrer großen Wanderung auf. Im 15. Jahrhundert tauchten sie zum ersten Mal in Andalusien auf. Sie brachten den Flamenco nicht mit, sondern Flamenco entstand unter den speziellen Gegebenheiten Andalusiens. Nirgendwo anders auf der Welt gibt es eine vergleichbare Musik. Flamenco integrierte byzantinische, arabische, jüdische und indische Musikelemente.

Im Flamenco wechseln die Rhythmen zwischen Trauer und Freude, spontan und direkt. Flamenco drückt die tiefsten Gefühle aus, überzeugt durch Wahrhaftigkeit und Expression: himmelhochjauchzende Freude und abgrundtiefen Schmerz. Beim Flamenco tanzt die Seele.